Bei Schmuck geht es in erster Linie um das Aussehen – dafür ist er schließlich gemacht. Aber gerade hier gilt es zu hinterfragen, wo und wie unser Schmuck hergestellt wird.

Edelmetalle und Edelsteine kommen aus dem Bergbau und gerade das ist oft kein leichter Arbeitsplatz. Oft fehlenen Schutzmaßnahmen für die Minenarbeiter, sie werden ausgebeutet (viele davon erhalten weniger als 2 US-Dollar pro Tag, was kaum zum Überleben reicht) und auch Kinderarbeit kommt nicht selten vor (Experten gehen von 1 Million Kinderarbeitern in Goldminen alleine in Afrika aus). Durch die Verwendung von Quecksilber werden neben den Arbeitern auch die Umwelt stark belastet, aber es gibt Möglichkeiten, Edelmetalle und Edelsteine fair zu bekommen:

  1. Recycling von alten Schmuckstücken: Durch das Wiederverwenden von alten Edelmetallen und Edelsteinen wird die Umwelt sehr geschont.
  2. Fairer und sozialer Abbau: Eine gerechte Entlohnung der Arbeiter unter entsprechenden Arbeitsschutzbedingungen.
  3. Ökologischer Abbau: Es wird darauf geachtet, dass keine umweltschädigenden Chemikalien eingesetzt werden.

Diese Doku über fairen Schmuck hat uns berührt: Nadine Hadad will in der Reportage herausfinden wie fair ihr Silber- und Goldschmuck ist und wie es möglich ist, fairen Schmuck herzustellen.

 

Als Juweliere empfehlen wir dir natürlich Claudia Mohr, die ihre Werkstatt seit diesem Jahr in Köpenick hat: www.herrlichkeiten.com und ihren Kollegen Jan Spille aus Hamburg, ein Vorreiter im nachhaltigen Schmuck: www.janspille.de

Auf was du bei deinem nächsten Schmuckkauf achten kannst, haben wir hier noch zusammen gestellt.

Edelmetalle

Bei Edelmetallen kann man zwischen FairTrade-Zertifitzierten und nicht zertifizierten, aber nach weltweiten Standarts abgebauten Rohstoffen unterscheiden. Diese Standarts findet ihr bei World Gold Council oder OECD.

Außerdem können sich die Scheideanstalten, bei denen Juweliere Edelmetalle einkaufen, dem Responsible Jewellery Council verpflichten und beitreten.

 

Edelsteine

Für Edelsteine gilt ähnliches wie für Edelmetalle. Die Fairtrade Minerals & Gems ist beispielsweise eine Initiative für Faire Edelsteine. Bei Edelsteinen gibt es aber auch sogenannte Blut- oder Konfliktdiamant, die laut Kimberley-Abkommen Diamanten sind, mit deren Verkauf gewalttätige Konflikte und/oder Bürgerkriege finanziert werden und deren Abbau illegal ist. Für mehr Infos dazu kannst du dich gern zum „Kimberley Prozess“ belesen.

 

Handwerk

Neben dem Material sind die Verarbeitung und der Unterschied zwischen Modeschmuck und „echtem Handwerk“ von großer Bedeutung. Modeschmuck ist seltenst zu fairen Bedingungen oder nachhaltig hergestellt, denn das geht mit diesen Preisen nicht. Aber auch hochwertiger Schmuck kommt mehr und mehr aus China (z.B. auch viele Eheringe über Onlineanbieter) und machen es den deutschen Manufakturen und Goldschmieden sehr schwer bei der Preisgestaltung. So sterben das Handwerk und die gute Ausbildung, die wir in Deutschland haben immer mehr aus. Es gibt beispielsweise kaum noch Hersteller von Ketten aus Europa, weil China alles billig produziert, zu Bedingungen über die niemand spricht.
Eine Möglichkeit, die Du hast, ist also darauf zu achten, dass Dein Schmuck in Deutschland oder der EU hergestellt wurde und bei Goldschmieden und Labels vor Ort einzukaufen.

Alle Seiten in dieser Serie wurden von den unterschiedlichsten Personen aus unserer Gemeinde zusammengetragen und mit Inhalten gefüllt. Die Erstellung dieser Seite hat vor allem Claudia Mohr mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen bereichert. Danke dafür!